• Tobi

Was bringt Werbung auf digitalen Werbeflächen im Bahnhof Basel? Mein Fazit nach eigener Beobachtung.

Ich mach's kurz:*Es geht hier um eine digitale Werbefläche offline.


Ich hatte heute Abend um 17.15 Uhr im Bahnhof SBB in Basel noch kurz Zeit, bevor mein Zug nach Zürich gefahren ist. Anstatt wie gewohnt ins Smartphone zu starren, habe ich mir die Zeit genommen und das Treiben in dieser schwierigen Corona Zeit studiert - hätte ich das sonst wohl auch gemacht?

Aufgefallen sind mir dabei sofort die Werbescreens in der Höhe und über der Rolltreppe. Dazu möchte ich kurz meine Beobachtungen dazu festhalten:

  • Die Passanten blickten zu 99% geradeaus.

  • Die Screens sind aus der Ferne grundsätzlich gut sichtbar, auch aus dem Augenwinkel, wenn man sich auf den Weg und damit auf das "aus dem Weg gehen" fokussiert - was die meisten (aktuell) machen.

  • Die Werbung gibt es als Stand- und Bewegtbild und wechselt ca. alle 10 bis 20 Sekunden.

  • Die Screens sind ca. 5m über dem Boden angebracht und die Grösse entspricht ca. einem F4 Plakat.

Hier ein Bild, das die Situation zeigt - wer erkennt die angezeigte Werbung?

Richtig, es ist die Werbung vom BAG. Dieses Sujet sieht man aktuell überall. Der Text ist jedoch als gehender Passant kaum zu lesen, ausser man geht zum Screen hin, bleibt stehen und liest. Das gute ist, dass die Screens gleich über den Gleis-Nr. Beschilderung angebracht ist - der Blick in diese Richtung ist also gegeben.

Ich frage mich nun also:

  • Wie viele Menschen nehmen die Werbung bewusst war und lesen sogar noch den Text?

Der Werbetreibende bezahlt pro Passanten, die vorbei laufen, d.h. gemäss möglichen Kontakten und nicht pro Person, die stehen bleibt und die Anzeige studiert. Gemäss APG ist die wöchentliche Frequenz hier 871'000 Personen pro Woche. Und dafür bezahlt der Werbetreibende CHF 7205 (brutto) für 1 Woche auf 7 Screens.


Mich würde es sehr dabei interessieren, was hier ein effektiver Kontakt kostet, der die Werbung wirklich bewusst wahr nimmt? Nehmen wir an, dass 1 von 100 die Werbung bewusst wahr nimmt, dann wären die Kosten 83 Rappen pro qualifizierten Kontakt? Sind es mehr oder weniger?

  • Müsste für diese Werbefläche die Anzeige anders gestaltet werden? Weniger Text? Grössere Schrift?

Das zweite Format, das mir aufgefallen ist, ist der grossformatige Screen gleich bei der Rolltreppe:

Meine Beobachtungen hier:

  • Die Screens sind riesig und praktisch genau in Blickrichtung auf Augenhöhe.

  • Viele Leute fokussieren auf dem Weg zur und auf der Rolltreppe die Werbung auf dem Screen bewusst

  • Auch hier gibt es Stand- und Bewegtbild, die ca. alle 10 bis 20 Sekunden wechselt.

Dieser Werbeplatz find ich spitze - Aufmerksamkeit praktisch garantiert. Auch hier wird die gleiche Frequenz von 871'000 Personen pro Woche angegeben und die Kosten sind mit CHF 9022 (brutto) für 2 grosse Screens nur leicht höher als bei den 7 kleinen Screens.


Fazit: Als Werbetreibender würde ich ganz klar wissen wollen, wie effektiv die Werbung auf den kleinen Screens in der Realität ist und wie sich dann die Kosten pro "qualifizierten" Kontakt verhalten, also pro Kontakt der die Werbung bewusst wahr nimmt. Tendenziell würde ich in diesem Fall das Budget auf die Fläche bei der Rolltreppe maximieren und die kleinen Screens nicht buchen.


Was ist deine Meinung dazu? Schreib mir eine Mail, ich freue mich.

*heute vom Quotenchinesen gelernt, im Podcast von Hendrik Lennarz. Ist aber eigentlich für einen anderen Anwendungsbereich angedacht.

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